Da sitzt der arme Hund.
Der Lg meint, Anni sieht aus wie früher die Ladies im Wilden Westen mit Schutenhut. Da ist was dran! Nur dass die Damen ganz bestimmt nicht so unglücklich guckten damit.
Anni kratzte sich überall, wo sie hinreichte, und ich dachte schon, sie hätte sich einen Floh eingefangen. Das Anti-Flohmittel nützte aber nichts. Dann dachte ich: Vielleicht ist es eine Allergie? Ich hatte angefangen, ihr die Kräutermischung "Wurmschutz" zu geben, jeden Abend ein bisschen in ihr Essen, möglicherweise vertrug sie eine der Komponenten nicht. Ich ließ den Wurmschutz weg und hoffte, das war's, denn den ganzen Sonntag über kratzte Anni sich nicht - bis abends gegen 18 Uhr. Da fing sie noch mal an und konnte eine Stunde lang nicht wieder aufhören.
Tja, was soll man machen, Juckreiz ist so quälend wie Schmerz, wir gingen am Montag zum Tierarzt. IMMER fängt sie mit irgendwelchem Kram mitten am Wochenende an!
Eine schlimme, am meisten benagte Stelle hatte sie an der Schwanzwurzel, die war schon entzündet und vereitert. (Ich war ziemlich erschrocken, denn das war mir gar nicht aufgefallen - erst, nachdem der Arzt die Stelle rasiert hatte, sah ich es auch!) Er meinte, Annis Analdrüse sei voll, und durch das unangenehme Gefühl hat sie eben so nah wie möglich am Hintern nagen müssen.
Kann ja sein, aber ich hatte mehrere rote Stellen am Körper gesehen, die sofort verschwanden, als ich den "Wurmschutz" absetzte; montags beim Arzt waren sie dann längst weg...
Anni bekam eine Salbe und Tabletten und - ja, den schönen Trichter.
Ich hab mich ein bisschen geärgert, denn immer schon hatte ich vor, ihr einen aus Plüsch zu kaufen. Damit kann sie viel gemütlicher schlafen, der ist weich. Nun hatte ich gerade vorher ein Paket von dogs4friends bestellt und wieder mal den blöden Trichter vergessen! Er wäre genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen.
Nun aber lohnte sich das nicht mehr wirklich.
Zweimal täglich strich ich die Cortisonsalbe auf ihre Stelle, dann wuchs dicker Schorf, Anni kaute ihn bei nächster Gelegenheit ab. Dann war alles gut.
Wie ich das hier so schreibe, sitzt die Mulle neben mir auf der Sofalehne:
Was man ohne Hund alles nicht erlebt hätte.....
Vorgestern hatte ich ohnehin nicht vor, mittags besonders lange mit Anni spazieren zu gehen. Der Lg und ich wollten nachmittags zu Pflanzen-Kölle und den Hund mitnehmen, da wollte ich meine Kräfte nicht schon vorher vergeuden.
Wir wanderten also durch den kleinen Weg am Parkhaus entlang, der in die Farmsener Landstraße mündet. Ich wollte in einem Bogen der Straße folgen und wieder nach Hause. Dann sah ich etwas auf dem Gehweg - genau vor der Einfahrt beim Zahnarzt Hardy Isele. Es sah von weitem aus wie eine Schnecke. Aber so ein Riesenvieh? Hab ich plötzlich Vergrößerungs-Augen? Neugierig ging ich darauf zu, und tatsächlich! Das war die größte Schnecke, die ich je gesehen habe, und sie wanderte schnurstracks geradeaus.
Nee, Mädel, dachte ich (oder auch mien Jung - Schnecken sind Zwitter), das überlebst du hier nicht lange. Irgend eine Unachtsamkeit von irgend jemandem, und es gibt eine tödliche Verletzung. Ich stell ja immer wieder fest, dass es Leute gibt, die überhaupt nichts davon sehen, was um sie herum kreucht und fleucht, und besonders nicht vor ihren Füßen.
Ich hob das Tier auf und erriet, dass es sich nur um eine Weinbergschnecke handeln konnte. Diese Art von Häuschen hatte ich schon im Supermarkt gesehen, aber mit Knoblauchbutter gefüllt. Bloß, ich konnte nicht begreifen, wie sie nach Hamburg gekommen war. Weinberge sind hier nun wirklich nicht.
Ob sie einem Schlachter entkommen war, der unter grausamem Gelächter die Schneckenhäuser abreißt und sie mit Knoblauchbutter füllen lässt?
Ich setzte sie auf ein paar große breite Blätter und trug sie erstmal nach Hause. Dort brachte ich das Tierchen in einem unserer kleinen Plastik-Terrarien unter, die für Futtergrillen gedacht sind, eigentlich heißen die Faunarien. In so einem ist im vorigen Jahr die Raupe "Raupi" aus dem Salat geschlüpft und zu einem Kohlweißling geworden, den wir aus dem Schlafzimmerfenster in die Natur entließen.
Ich warf den Rechner an - ein Hoch auf die Technik! - und gab "Weinbergschnecke" ein. Ja, da war sie, genau, das helle Netzmuster am Körper. Die Häuschen werden bis zu 5 Zentimeter groß, das war bei meinem Findling eindeutig der Fall.
Nun erlebte ich einige Überraschungen: Es gibt Weinbergschnecken in ganz Europa bis rauf nach Südschweden. Die brauchen gar keinen Weinberg! In lichten Wäldern wohnen sie und überall, wo es grün ist. Sie werden in der Natur etwa 8 Jahre alt und im Terrarium bis zu 30! Und ich bin 64 Jahre lang auf der Welt und seh so eine zum allerersten Mal!
Und sie sind streng geschützt, wie alle Schnecken mit Häuschen. Das hatte ich auch nicht gewusst. Essen darf man nur solche aus speziellen Zuchten... na ja, wer's mag. *schauder* Es ist schon deshalb nicht ratsam, wilde Weinbergschnecken zu essen, weil sie giftige Pflanzen auf ihrem Speiseplan haben. Wenn sie zum Beispiel gerade Tollkirschen zu Mittag hatten, genügen zwei Schnecken, um einen Menschen umzubrigen. Ja, steht im Internet! Einige Leute haben die Giftkonzentration gemessen.
Gurken und "Wurzeln" (sagt man im Norden, Möhren und Karotten woanders) (wobei "Karotten" für uns nur die ganz kleinen rundlichen Sorten sind) die mögen Weinbergschnecken, las ich. Okay, gerne, eine Scheibe grüne Gurke ins Faunarium: Mein Schneck wendet sich deutlich erkennbar angewidert ab! Hm, stimmt auch nicht alles, was im Internet steht...
Überhaupt gefiel die Plastikzelle dem Besucher gar nicht. Mürrisch zog er sich in seine Privatgemächer zurück und zeigte der Welt die kalte Schulter.
Mein Lg und ich überlegten. Wie kann eine Schnecke auf die Farmsener Landstraße gekommen sein? Aus dem Volksdorfer Wald sicher nicht, dafür müsste sie über die Fahrbahn. Das ist hundertpro tödlich! Bisschen Wald ist zwar auch auf dieser Seite der Straße, viel aber nicht, und da soll sie all die Jahre unbemerkt herumgelaufen sein, ohne jemals irgendwem unter die Füße zu geraten?
Besonders wahrscheinlich wirkt das nicht, aber andererseits, irgendwie kam sie ja nun mal da hin.
Der Volksdorfer Wald ist am Boden eigentlich kaum grün. Hauptsächlich liegen da braune trockene Blätter, weiter nichts, wovon soll sich da eine Schnecke ernähren? Und es gibt überall Wege kreuz und quer, die unbegehbaren Areale sind sehr klein. Der Lg kam auf die Idee: Der Wald bei der Streuobstwiese, da wo das von Loki Schmidt einst gesponserte Beet ist! Da reicht die Natur bis nach Sasel, da hat auch eine Weinbergschnecke reichlich Platz. Sehr menschenleer ist es dort, und dabei nur einen Kilometer Luftlinie entfernt. Was Schnecken nämlich brauchen, das leuchtet ja auch ein, ist kalkhaltiger Boden. Wir hätten gern einen Geologen gefragt, glauben aber, dass sich die Bodenbeschaffenheit auf so kurze Entfernung nicht wesentlich ändert. Dass also der Wald da hinten auf ebenso kalkigem Boden wächst wie der in Volksdorf.
So hatten wir denn ein Ziel für die Mittagsrunde am nächsten Tag - das war gestern.
Am Vormittag schafften wir es tatsächlich, das Gecko-Terrarium gründlich zu erneuern. Es sieht jetzt endlich wieder so aus, dass man reingucken mag. Vom Gartencenter hatten wir zwei Efeututen in Hydrotöpfen mitgebracht, damit es nicht so schlimm wird, wenn man mal das Gießen vergisst...
Am frühen Nachmittag fuhren wir dann los, um die Schnecke auszuwildern! Der Weg ist ziemlich weit, jedenfalls wenn man den Rückweg auch noch laufen muss; wir fuhren also ein Stück mit dem Auto und wanderten die Zweite Hälfte des Weges zu Fuß.
Unterwegs mussten wir noch ein paar Erinnerungsbilder machen:
Das Weiße auf dem Häuschen war so etwas wie Spinnenwebe, ich hab die später noch abgerubbelt. Es fällt auf dem Foto viel mehr auf als in Wirklichkeit.
Hier unser Schneck in der Plastikdose. Nachdem es mit der Gurke so gar nicht hinhaute, versuchte ich es mit Karotte - und he, die ließ er gar nicht wieder los! Die kam also mit, als Wegzehrung.
Wir setzten unseren Schützling samt Karottensnack in den Schatten unter Farnen und machten uns auf den Rückweg. Hier noch ein Foto von Anni und mir:
Ja, auf dem Hemd steht:
"Dies ist mein Gassi-Geh-Shirt".
Geschenk vom Lg. :-)
Vor einigen Wochen ging ich mit Anni über die große Wiese hinter der Siedlung und hatte dabei meine Kamera in der Hand. Anni lief übermütig herum und sprang bei der Toberei plötzlich an mir hoch. Ich drückte spontan auf den Auslöser. Allerdings glaubte ich nicht, dass dieses Foto etwas geworden sein könnte, dafür war es einfach zu flüchtig, bloß ein "Klick" nebenbei.
Zu Hause dann die Überraschung: Das Bild war superscharf! Ein absoluter Glückstreffer. (Ich muss es für das Blog sehr verkleinern, darum sind die Fotos hier immer ein bisschen pixelig, das täuscht also.) Seht ihr, wie liebevoll Anni zu mir aufsieht? Das kann man am Augenausdruck erkennen! Deshalb gefällt mir dieses Bild so, auf meinem Rechner ist es seitdem der Desktop-Hintergrund.
Und hier, die Nase:
Ich finde ja immer ihren Oberlippenbart so lustig. Nicht alle Hunderassen haben einen.
Ich möchte noch etwas Wichtiges erwähnen, und zwar
Lebensmittel, die Hunde auf gar keinen Fall essen dürfen! Die werden
zwar den meisten Leuten bekannt sein, aber vielleicht hilft es doch
irgendjemandem. Hier die kurze Übersicht:
Alkohol
Avocados
Zwiebeln und Knoblauch
Koffeinhaltige Getränke
Weintrauben und Rosinen
Schokolade
Rohes Schweinefleisch und Fisch
Salz
Xylit - Birkenzucker
Aufgeführt werden auch Milchprodukte und Nüsse.
Allerdings ist Milch nicht für jeden Hund problematisch, und Nüsse sind
eben recht fett, aber nicht giftig. Alles wird hier erklärt Tiermedizinportal, auch die Inhaltsstoffe, die diese Lebensmittel für den Hund schädlich bis tödlich machen.
Ich
muss zugeben, dass ich das mit den Weintrauben nicht wusste! Anni hat
gelegentlich mal eine gekriegt, sie mag ja alles Mögliche. Zum Glück
sind so geringe Mengen unproblematisch, aber sie kriegt ganz sicher nie
wieder eine Weintraube von mir!
Irgendwo
hab ich noch gelesen, dass man beim Obst für den Hund alle Kerne und
Steine entfernen soll, wegen der Blausäure darin. Das hab ich aber auch
schon von mir aus gemacht. Und Lauch - in manchen Hundeflocken aus gemischtem Gemüse ist es mit drin, man sollte aber lieber eine Sorte ohne Lauch nehmen.
Heute hab ich wieder einmal eine Mail vom Tierschutz-Shop bekommen. Diesmal geht es speziell um Hunde in Rumänien, aber man hat dort die freie Auswahl, für welches Tierheim, für welche Tierschutzgruppe man etwas spenden mag.
Ich finde die Idee wirklich sehr gut: Zum einen kann man dort sein Tierfutter bestellen wie in anderen Onlineshops auch, dann gehen 10% des Kaufpreises an eine Tierschutz-Organisation. Man kann aber auch, das hab ich schon öfter gemacht, Futter spenden. Wer es bekommen soll, sucht man aus einer Liste aus.
Es steht immer eine besondere, wechselnde Gruppe im Mittelpunkt, etwa Hunde in Osteuropa. Zum Beispiel in der Ukraine - diese Geschichte geht mir besonders nahe.
Ich weiß ja, wie viele Hunde auf Knallerei reagieren, mit Zittern und Panik. Und nun stelle man sich vor, es fallen Bomben auf die Stadt oder es donnern irgendwelche Kanonen und Mörser, jedenfalls alles was furchtbar laut ist, und dazu ist es noch wirklich gefährlich, im Gegensatz zu Silvesterböllern.
Ich weiß nicht so genau, wie die Situation im Moment dort ist, aber selbst bei Waffenruhe besteht immer die Möglichkeit, dass es wieder losgeht. Sehr sehr viele Menschen sind geflohen. Und sie haben ihre Hunde zurückgelassen! Die irren jetzt herum, verstehen die Welt nicht mehr, jaulen vor Angst bei Beschuss, nicht wenige werden verletzt.
Mutige Leute gibt es dort, die sich um diese armen Viecher kümmern! Sie sammeln die Tiere, versorgen Verletzungen, päppeln die Halbverhungerten wieder auf. Und das alles, obwohl sie nun wirklich nicht mit Reichtümern gesegnet sind.
Ich hab schon so oft darüber nachgedacht. Muss man eigentlich den Hund zurücklassen, wenn man flieht? So war es auch in Fukushima nach dem Unfall mit dem Atomkraftwerk. Im Fernsehen sah man die verlassene Gegend, und dann kam ein Rudel Hunde ins Bild. Die hatten sich zusammengeschlossen, weil ihre Besitzer die verseuchte Stadt verlassen hatten. Ein Rudel zu bilden, war das Klügste, was sie tun konnten, aber der Anblick schockierte mich.
Würde ich in einer ähnlichen Situation Anni im Stich lassen? Das kann ich mir einfach nicht vorstellen! Nun weiß ich ja nicht, ob man den Leuten in Fukushima Vorgaben machte, ob etwa Hunde mitzunehmen verboten war. Bei staatlichen Hilfstransportern kann ich mir das schon vorstellen. Aber würde ich dann mitfahren oder nicht doch lieber eine andere Möglichkeit suchen?
Man muss sich nur die Bestürzung, die Ratlosigkeit, die Angst und die Trauer vorstellen, die den Hund überfällt, wenn seine Menschen einfach abhauen. Ich würde die kleine Anni da stehen lassen, ihr verzweifeltes Weinen würde mich noch ein Stück begleiten, und ich denk nur: Hauptsache weg hier? Der bloße Gedanke bricht mir das Herz.
Ich bin wahrscheinlich keine Heldin (so etwas weiß man erst, wenn die Situation da ist) aber dass ich so handeln könnte, will mir nicht einleuchten. Könnte ich mit so einer Erinnerung weiterleben? Würde ich auch nur einen Tag, eine Stunde lang nicht daran denken müssen, welchen Verrat ich begangen hätte? Wäre ich besser als jemand, der ein dreijähriges Kind auf die Straße setzt - und tschüs, nun sorg mal selbst für dich? Könnte ich in all den Jahren danach jemals meiner Phantasie befehlen, damit aufzuhören, mir immer und immer wieder vorzuspielen, wie mein kleiner Hund verzweifelt hungert und stirbt?
Wie man sieht - manche Leute machen das. Sie lassen ihre Hunde im ukrainischen Kriegsgebiet zurück und bringen sich in Sicherheit. Ich weiß nicht, ob es nur eine besondere Unbequemlichkeit für sie gewesen wäre, den Hund mitzunehmen, oder ob wirklich keine Möglichkeit bestand. Wenn man darüber nachdenkt, dass manche Leute hier bei uns ihr Haustier schon im Wald anbinden, nur weil sie in den Urlaub fahren möchten, macht mich das schon etwas misstrauisch, was die Motive der Flüchtenden angeht.
Wie gesagt, ich will niemanden verurteilen, ohne dass ich die näheren Umstände kenne, aber grübeln muss ich trotzdem.
Bei den Katzen dürfte die Sache nicht viel besser aussehen. Freigänger sind zwar grundsätzlich in der Lage, sich einigermaßen zu versorgen, aber dem Kriegsgeschehen fallen auch sie zum Opfer.
Ich möchte jedenfalls alle bitten, die etwas für solche armen Tiere tun möchten, sich den Tierschutz-Shop wenigstens mal anzusehen. Wer befürchtet, eine Geldspende könnte nicht sachgerecht verwendet werden, spendet über diesen Shop das Futter und bestimmt, wer es bekommen soll. Das Futter wird in einem Sammeltransport zum jeweiligen Tierheim gebracht, deshalb kostet das "Porto" nur 1 Euro.
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Noch mal zu dem vorigen Thema: Bei meinen Stöbereien hab ich auch noch zwei Seiten gefunden, die Futtersorten testen, und besonders interessant finde ich dabei, dass der jeweilige Kilopreis angezeigt wird. Da kann man nämlich sehen, dass auch ganz anständiges Futter für weniger als 5 Euro das Kilo zu bekommen ist, während Terra Canis 7,05 € kostet. Also ich würd mal sagen, ein Geldproblem kann es nur für wenige Leute sein.
Die eine ist diese hier: Deine Tierwelt. Interessant sind auch die Kommentare unter dem Artikel.
Und dann noch hier Pets Premium, da ist auch Katzenfutter dabei.
Hier gibt es was zu barfen: Haustierkost
Und hier haben sie Kräuter, Bachblüten, Schüßlersalze und allerlei Wundermittel gegen Zecken und Flöhe: Aniforte
Ich bin ja noch nicht durch mit dem Thema "gesunde Ernährung für's Viech".
Im Moment verbrauchen wir gerade die gekauften Sorten, aber je mehr man im Internet stöbert, desto mehr findet man - Hersteller, von denen die Welt noch nie gehört hat. Das ist aber schade! Ich hab mir den einen oder anderen vorgemerkt.
Na ja, das mit dem Nie-Gehört ist wohl etwas übertrieben, aber für mich (und ich glaube, für viele andere Hundebesitzer auch) sind die doch ganz neu. Zum Beispiel Dr. Clauder. Der Link geht auf die homepage, man bekommt dessen Futter aber auch über ganz andere Seiten, bei manchen mit Rabatt, bei ZooRoyal, Amazon, Futterriese und so weiter.
Ohne dass ich es bisher gekauft habe, scheint mir dies durchaus vertrauenerweckend.
Kalb und Gemüse
Und das hier ist Biofleisch, sogar noch etwas billiger:
Landfleisch pur
Es gibt also tatsächlich überhaupt keinen Grund, die Preise zu fürchten. Von 12 Dosen á 400 Gramm würde Anni 24 Tage leben, und das für 11,22 Euro. Ich denk mal, da ist der Supermarkt-Schrott teurer.
(Edit: Ich hatte nicht gleich gemerkt, dass dieses Biofleisch "ohne alles" ist, also zum Barfen. Da muss man noch andere Sachen hinzufügen, die kosten natüelich ein bisschen - aber nicht allzu viel.)
Was mir auch sehr gut gefällt, ist unser Trockenfutter "Rehfleisch mit Kartoffeln" von Herrmanns Bio. Es ist wie Pulver, luftgetrockenete gekochte Kartoffeln mit dem Fleisch drin, das auch sehr klein gemahlen ist. Erst dachte ich "Huch! 70 Gramm pro Tag für den ganzen Hund??" Das wären mickerige 35 Gramm pro Mahlzeit. Es reicht aber tatsächlich, denn man lässt es mit warmem Wasser aufquellen, dann ist der ganze Napf voll. Dazu noch Gemüseflocken, und Anni denkt, sie bekäme einen Riesenhaufen Essen.
Das Zeug ist deshalb so praktisch, weil Anni und ich ja alle vier Tage umziehen, nämlich von meiner Wohnung in die des Lebensgefährten, so lange der frei hat. Manchmal möchte ich morgens keine neue Dose mehr öffnen, weil wir am selben Tag noch in die andere Wohnung wechseln, da eignet sich das Trockenfutter sehr gut.
Nicht, dass jemand glaubt, der Hund würde verwirrt durch das Hin und Her mit den zwei Wohnungen! Ganz im Gegenteil. Anni ist Wassermann im Sternzeichen und darum liebt sie die Abwechslung. Die Wege, die wir mal in Volksdorf, mal in Wandsbek gehen, sind alle vier Tage immer wieder neu. Anni langweilt sich sonst ziemlich schnell. Wenn der Lg Urlaub hat und wir deshalb wochenlang dort bleiben, geht mein Hund manchmal schnurstracks mit mir über die Straße zum U-Bahnhof und auf den Bahnsteig, und dann müssen wir zum Berner Gutshof fahren und an der Berner Au herumlaufen, beispielsweise. Oder wir fahren nach Ahrensburg in den Wald oder was immer. Ich darf dann einsehen, dass sie heute keine Lust auf den Katthorst hat, auf die Teichwiesen, auf den Wald beim Schemmann-Palais oder was sonst so unsere üblichen Wege sind.
Manche werden sagen, ich lasse dem Hund zu viel Eigensinn durchgehen. Ja, ich weiß das. Ich passe schon auf, dass ich als Erste zur Tür hinaus gehe, um zu zeigen, wer die Rudelführerin ist, aber Anni glaubt das nicht. Sie bleibt eigensinnig. Und ich denke immer, es ist ja ihr Spaziergang, nicht meiner. Ich persönlich würde auf dem Sofa hocken und das schönste Wetter draußen sein lassen - und mich immerzu ärgern, dass es draußen so schön ist und ich mich nicht aufraffen kann... so wie es früher war, in den Vor-Hunde-Zeiten.
Ich hätte hier noch ein paar andere Futtersorten, die mir so beim Stöbern aufgefallen sind. Zum Beispiel das ursprünglich aus England stammende
Bob und Lush
und
Fit Crock
Bei dogs4friends bin ich schon lange Kundin.Da will ich demnächst mal so einen weichen Kragen bestellen, ihr kennt das, wenn ein Tier davon abgehalten werden soll, sich seine Wunde zu lecken. Vom Tierarzt kriegt man einen schrecklichen harten Plastiktrichter, mit dem Ding können die armen Viecher kaum schlafen. Ein Kragen aus Plüsch hält sie ebenfalls von Unfug ab, ist aber viel gemütlicher. Die kleine Größe passt wohl für Anni und für Mulle, das muss ich mal ausmessen.
Ich hoffe zwar, dass wir so ein Ding nie wieder brauchen (zuletzt für Anni im Januar 2012, als sie kastriert wurde), aber man weiß ja nie.
Im Les-Wauz-Blog gibt es den Tipp mit diesem Darm-Zeug von cdVet. Das hab ich dann auch gleich von dogs4friends bestellt. Mit der kleinen Flasche sind wir mittlerweile durch, vor ein paar Tagen haben wir die zweite Stufe gezündet. Es soll den Darm sanieren, zum Beispiel nachdem man eine Wurmkur gemacht hat (wie Anni) oder auch nach der Gabe von Antibiotika.
Ich hatte gehofft, Annis Grasfresserei würde sich dadurch erledigen, ist aber nicht so. Letzte Woche hat sie sogar eine Stunde vor der normalen Gassizeit gedrängelt, und als wir hastig nach draußen liefen, tat sie nichts weiter als gierig zu grasen.
Wenn das nicht besser wird, muss ich doch mal den Tierarzt darauf ansprechen.
Hier hab ich zufällig noch einen sehr anschaulichen Artikel gefunden, woran man gutes Hundefutter erkennt. Unbedingt lesen!! Dort rät man doch vom Aldi-Futter ab:
Woran erkenne ich gutes Hundefutter?
Ich wollte noch etwas zu den Preisen sagen.
Eine Dose mit 800 Gramm "Pauls Beute" kostet 3,45€, die von Terra Canis 4,29. Selbst wenn wir also kein Sonderangebot finden (aber es gibt überall "Sparpacks") dann kostet das tägliche Essen für einen kleinen Hund wie Anni im schlimmsten Fall 1,07 €, im anderen weniger als einen Euro. Bisschen Porto kommt noch hinzu, aber ich hab schon oft gesehen, dass die Versandkosten entfallen, wenn man für mehr als 19 Euro bestellt. Das dürfte nicht zu schwer werden.
Je kleiner die Dosen sind, desto teurer wird es zwar - aber hier handelt es sich wirklich nur um Centbeträge.
Wer sich also überhaupt ein Tier leisten kann, ist wahrscheinlich auch in der Lage, ihm eine hochwertige Ernährung zu spendieren. Man darf ja nicht vergessen, dass einem am Ende so manche Tierarztrechnung erspart bleibt. (Ich gehe jetzt mal nicht auf die schlimmen Schicksale ein, wo die Leute zur Tiertafel müssen, weil sie Hund oder Katz sonst nicht über die Runden bringen. Das ist eine Sauerei, die wir unseren Damen und Herren Politikern zu verdanken haben, und zwar genau denen, die immer wieder gewählt werden. Und wer gar nicht wählt, unterstützt genau die.)
Mir ist da neulich bei der Bestellung ein Irrtum passiert. Die Dosen mit Pauls Beute hatten 800 Gramm statt der 400, die ich eigentlich geordert haben wollte. Ein Beinbruch ist das aber auch nicht. Ich hab nämlich viele kleine Frischhaltedöschen! Die haben ein Fassungsvermögen von 100 Gramm, da sind die Portionen gleich mundgerecht abgepackt.
Wie schon mal gesagt, Anni ist ja nicht mäkelig. Die würde auch vier Tage nacheinander das Gleiche wegmampfen. (Glaub ich jedenfalls.) Aber komisch. Als eine, die jahrzehntelang Katzen hatte, kann ich das einfach nicht mit ansehen, wenn das Viech immer dasselbe frisst! So hab ich einfach die halbe Dose auf vier Plastikdöschen verteilt und diese in den Kühlschrank gestellt - hält sich da. Dann hab ich Anni zwei Tage lang aus der restlichen 800-Gramm-Dose gefüttert, dann war selbige leer. Danach hat Anni zwei Tage lang Terra Canis gekriegt, und danach wieder zwei Tage lang die aufbewahrte zweite Hälfte der 800-Gramm-Dose.
Dabei hab ich abends schon die Frischhaltedose für's Frühstück aus dem Kühlschrank genommen, damit sie Zimmertemperatur bekommt, uns morgens die Portion für abends.
Es geht also sehr gut, wenn die Dose groß und preiswert ist.
Allerdings - wenn man einen Hund hat, der jeden Tag ein Kilo verschlingt, sieht es wohl doch etwas anders aus...
Übrigens mische ich oft Gemüseflocken mit ins Futter, zum Magenfüllen. Es gibt buntes Gemüse und auch reine Karottenflocken, wir haben beides. Manchmal streu ich auch gemahlenen Pansen drüber. Das riecht zwar wie ein Bauernhof, aber für so'n Hund ist das appetitlich! Auf die Art kann man das Futter auch dann abwechslungsreich gestalten, wenn es in Wirklichkeit derselbe Fraß ist wie gestern.
Anni dürfte von manchen Sorten eine etwas größere Portion bekommen als 200 Gramm pro Tag, aber sie mag ja so gerne Leckerchen - die muss ich leider mit einrechnen. Oft sind das Fleischstreifen, oder ähnliche Variationen. Die kann man getrocknet in jedem Supermarkt bekommen; ich hatte mir zuletzt mal die "Lümmel" von Pauls Beute mitschicken lassen, die mochte Anni selbstverständlich auch. Da alle diese Streifen laut Inhaltsangabe zu 98 Prozent aus Fleisch bestehen, meine ich, man kann die von Vitakraft, Trixie, Bozita oder sonstwas nehmen. Ich achte bloß darauf, dass nicht draufsteht "hergestellt in China". Solche findet man oft in Ramsch- und Billigläden. Zwar würden die keinem Tier sofort schaden. Ich las aber mal die Geschichte über einen kleinen Hund, der sehr krank wurde, weil sein Frauchen ihn jeden Tag mit diesem Zeugs abgefüttert hatte. So was würde ich ja ohnehin nicht tun. Trotzdem sind mir diese Sachen nicht ganz geheuer. (Ich gebe aber zu, dass man oft auch bei etablierten Marken keinen Hinweis auf den Herstellungsort findet.)
Was ja bei uns auch unbedingt zum Tag gehört, sind die Schokoladen- und Milchdrops von Vitakraft! Anni liebt die. Man kann sie damit bestens hinter jedem Ofen hervorlocken. Anders als alle Hunde, die ich jemals kannte, muss man meine nämlich ein bisschen zum Rausgehen überreden! Ja, eigentlich würde sie lieber drinnen liegenbleiben. Ruf ich aber: "Ist da ein Hund, der Schokolade möchte??" - dann kommt sie erwartungsvoll angefegt. (Ich kann den Satz auch mit "Milchdrops" variieren, derselbe Effekt.) Dann hüpft sie in der Küche schon auf den Hinterbeinen auf und ab, weil sie weiß, dass ich sie ins Spülbecken hebe, da liegt der Drops auf dem Rand, und dann bürste ich ihren Pelz durch, damit mein Hund beim Spazierengehen nicht so zerwühlt aussieht. Sie lässt sich nämlich nicht gerne bürsten - diese Abneigung überwinden wir elegant mit dem Drops.
Bei großen Hunden mit viel Hunger würde ich ohnehin zum Barfen raten. Manche Leute glauben, das wäre teuer, ist es aber nur bedingt. Tatsächlich gibt es schon abgepackte Barfmahlzeiten mit allem, was reingehört. Zumindest für Leute, die anfangs noch unsicher sind, ist das gar nicht schlecht, kostet bloß. Unser Tierarzt jedenfalls kauft große Fleischportionen für wenig Geld, der hat zwei große Hunde, die verschlingen auch einiges.
Ich wäre eine Freundin des Barfens, wenn Anni rohes Fleisch vertrüge. Tut sie aber nicht: Sie bekommt Durchfall und wirft uns nachts aus dem Bett, weil sie dringendst Pipi muss. Diesen Effekt hatten wir schon, als Anni nur mal abends Rinderhack bekam, das war noch nicht mal Barfen...
Zwar könnte man das Fleisch kochen und die vorgeschriebenen Zutaten hinzufügen. Dann hätte ich so ziemlich genau das, was ich jetzt in Dosen kaufe, könnte aber nicht so große Vorräte anlegen. Und ganz ehrlich, es ist einfacher und schneller, eine Dose zu öffnen. So lange die Qualität stimmt, wüsste ich nicht, was so falsch daran sein soll...